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Newsdetail

- Wir in den Medien: Schnelles Internet in Flensburg

Die Westliche Höhe mag es analog

Stadtwerke rätseln über die Gründe fehlender Anschlussbereitschaft:
Ausbau des schnellen Glasfasernetzes stockt

Seit 2016 installieren die Stadtwerke in Flensburg die Zukunft. Das kommunale Unternehmen baut hier ein flächendeckendes schnelles Glasfasernetz, das spätestens 2025 allen Haushalten zur Verfügung stehen soll. Tarup, Hochfeld, Engelsby, Peelwatt und Klues sind schon in Arbeit, es läuft schnell, es läuft gut, das Interesse ist groß, die Perspektive noch größer.

Jetzt ist die Welle auf der Westlichen Höhe angekommen und hat eine Vollbremsung hingelegt. Die Informationsveranstaltungen sind schlecht besucht, nur wenige Bürger nutzten bislang die am 7. Juli endende Möglichkeit, einen kostenlosen Anschluss zu beauftragen. Damit hat Projektleiterin Ulla Meixner nicht gerechnet. Was ist da los auf der Westlichen Höhe?

Es geht um die Bewohner von gut 4000 Wohneinheiten, die so zurückhaltend auf die wohl wichtigste Infrastruktur des beginnenden 21. Jahrhunderts reagieren. Das immer wichtiger werdende Netz der Dinge, das intelligente Haus, hochauflösende Fernseher, schnelle Uploads, hohe stabile Bandbreiten, das alles erfordert eine leistungsfähige Infrastruktur – eine Infrastruktur, in deren Herstellung der größte Teil der Bundesrepublik im internationalen Vergleich weit hinterher hinkt. „Was wir hier bauen ist ein Top-Standortfaktor“, weiß die Projektleiterin. Sie zitiert eine Studie von Ernst & Young, nach der Investoren weltweit den Standort Deutschland zwar hoch bewerten, wegen der mangelhaften digitalen Infrastruktur aber immer mehr Minuspunkte vergeben. „Wenn wir 2025 fertig sind, wird jeder Haushalt, jedes Unternehmen Zugang zum schnellen Netz haben. Flensburg und seine Region werden bundesweit mit 100-prozentiger Abdeckung eine Spitzenstellung einnehmen, das macht sie sehr interessant für Investoren!“

Vor diesem Hintergrund bedauert Meixner die Zähigkeit, mit der die Stadtwerke ausgerechnet auf der Westlichen Höhe mit ihren vielen Kanzleien, Büros und Praxen konfrontiert sind. Kamen in den anderen Ausbaugebieten bis zu 20 Prozent der Eingeladenen zu den Informationsveranstaltungen, waren es auf der Westlichen Höhe nicht einmal 5 Prozent, so Meixner. Ein weißer Fleck auf der digitalen Landkarte wird die Westliche Höhe gleichwohl nicht. Das Netz wird so oder so gelegt, allerdings kostet mit Ablauf des Aktionszeitraumes (7. Juli) jeder Hausanschluss Geld. Bis zu 1000 Euro. „Vielleicht ist das in diesem wohlhabenden Viertel aber auch nicht von so großer Bedeutung“, tippt die Digital-Chefin. Und wie es nach der Erschließung der Westlichen Höhe weiter geht, ist noch unklar. Dazu bedarf es eines Beschlusses des Stadtwerke-Aufsichtsrates, und der hat sich nach der Kommunalwahl noch nicht formiert.

Klar ist, dass die Stadtwerke in diesem Jahr beginnen werden, auch in Glücksburg die Glasfaserkabel zu verlegen. Dazu hat sich das städtische Tochterunternehmen auch auf eine Ausschreibung für die Erschließung der „weißen Flecken“ auf der digitalen Landkarte beworben. Es geht darum, mit staatlicher Förderung auch entlegene Lagen an das Netz anzubinden: Lagen wie Schausende oder Holnis, die zu wirtschaftlichen Kosten nicht versorgt werden können. Hier ist die Entscheidung noch nicht gefallen, die Stadt Glücksburg hat das letzte Wort. „Davon hängt auch ab, wann wir in Flensburg weitermachen werden“, sagt Ulla Meixner. Sie rechnet mit einer Entscheidung im August.

Quelle: sh:z.de - online, 16.06.2018, Text: Holger Ohlsen/Foto: Gunnar Dommasch
www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/die-westliche-hoehe-mag-es-analog-id20150592.html

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